Grundierung im Fahrzeuglackaufbau
Den Untergrund nach Haftung, Korrosionsschutz und den Anforderungen der nächsten Lackschicht vorbereiten.
Eine vorbereitete Basis für die nächste Schicht
Grundierung bezeichnet Materialien im Unterlackaufbau, die einen Untergrund für nachfolgende Lackschichten vorbereiten. Ein Produkt kann die Haftung fördern, Korrosionsschutz bieten, die Oberflächenvorbereitung unterstützen oder mehrere Aufgaben verbinden. Keine Grundierung erfüllt automatisch alle diese Aufgaben auf jeder Oberfläche.
Grundierungen sind nicht auf blankes Metall beschränkt. Zulässige Anwendungen können tragfähige Altlackierungen, werkseitige Elektrotauchlackierungen, Spachtelmasse oder bestimmte Kunststoffe umfassen, sofern das konkrete Produkt den Untergrund und seine Vorbereitung erlaubt.
Grundierung, Füller und Grundierfüller
Zuerst die Funktion betrachten. Eine Haft- oder Korrosionsschutzgrundierung ist nicht mit einem Material austauschbar, das hauptsächlich kleinere Oberflächenunebenheiten ausgleichen soll. Ein Grundierfüller kann Funktionen verbinden; manche Produkte erlauben unterschiedliche Verarbeitungsarten mit jeweils vorgeschriebenen Mischungen.
Diese Bezeichnungen sind keine Liste, die immer der Reihe nach aufgetragen werden muss. Auch ein stark füllendes Produkt ersetzt weder notwendige Richtarbeiten noch Spachtelarbeiten. Der Farbton des Unterlackaufbaus kann Deckvermögen und Farbtonentwicklung beeinflussen, ersetzt aber nicht die abschließende Farbschicht.
Stahl, Aluminium, Altlack und Kunststoff
Bei freiliegendem Metall die Freigabe für direkten Metallauftrag sowie eine gegebenenfalls erforderliche Vorbehandlung oder Korrosionsschutzschicht prüfen. Für Stahl und Aluminium müssen nicht dieselben Anforderungen gelten. Bei Altlackierungen oder elektrotauchlackierten Ersatzteilen die Tragfähigkeit der Beschichtung prüfen und deren Reinigungs- und Schleifvorgaben einhalten.
Bei Kunststoff das Material identifizieren und feststellen, ob es bereits lackiert ist. Ein vorgeschriebener Haftvermittler oder Zusatz kann erforderlich sein. Die Freigabe für einen bestimmten vorbereiteten Kunststoff gilt nicht für jede Stoßstange. Korrosion, Verunreinigungen oder sich ablösenden Lack zu überdecken behebt das zugrunde liegende Problem nicht.
Schleifbare und Nass-in-Nass-Verfahren
Bei einem Schleifverfahren trocknet das Material nach Vorgabe, bevor seine Oberfläche geformt oder verfeinert wird. Ein freigegebenes Nass-in-Nass-Verfahren erlaubt nach der angegebenen Ablüftzeit den nächsten Auftrag ohne dazwischenliegendes vollflächiges Schleifen. Nass-in-Nass bedeutet nicht, dass zu jedem beliebigen Zeitpunkt weiterbeschichtet werden darf.
Sowohl Mindestwartezeit als auch maximale Überlackierfrist sowie den vorgeschriebenen Härter und die Verarbeitungsbedingungen prüfen. Staubeinschlüsse oder ein überschrittenes Zeitfenster können zusätzliche Vorbereitung erfordern. Nicht den Zeitplan einer anderen, ähnlich benannten Grundierung übernehmen.
Vor dem Mischen das gesamte System prüfen
Untergrund und erforderliche Funktion bestimmen. Dann im technischen Merkblatt Vorbereitung, verträglichen Härter und Verdünner, Schichtaufbau, Trocknung, Schleifen und Überlackieren prüfen. Auch Sicherheitsinformationen sowie die für den Arbeitsgang erforderliche professionelle Lüftung und Schutzausrüstung beachten.
Die Haltbarkeit der Reparatur hängt vom vorbereiteten Untergrund und einem verträglichen Schichtaufbau ab, nicht allein vom Auftrag einer Grundierung. Bei Unsicherheit über System oder Ausstattung diese vor dem Mischen oder Spritzen klären.