Schleifen bei der Fahrzeuglackierung
Schleifmittelabfolge, Werkzeug und Nass- oder Trockenverfahren auf das Material und den nächsten Arbeitsgang abstimmen.
Schleifen erzeugt eine kontrollierte Oberfläche
Schleifen trägt Material mit einem Schleifmittel ab. Bei der Reparaturlackierung kann es beschädigte Beschichtung entfernen, Spachtel formen, einen Unterlack vorbereiten oder eine ausgehärtete Lackierung verfeinern. Der Zweck hängt von der bearbeiteten Schicht ab; eine einzige Körnungstabelle kann daher nicht die gesamte Reparatur bestimmen.
Jede Stufe hinterlässt eigene Schleifspuren. Die nächste Stufe muss diese ausreichend für die folgende Beschichtung oder Endbearbeitung beseitigen. Eine Liste von Körnungsnummern abzuarbeiten beweist nicht, dass die Oberfläche fertig vorbereitet ist.
Das Körnungssystem beachten
Innerhalb eines Körnungssystems stehen höhere Zahlen im Allgemeinen für feinere Schleifmittel. Das Präfix P gehört zur FEPA-Klassifizierung von Schleifmitteln auf Unterlagen. Eine Zahl ohne Präfix ist nicht automatisch CAMI; einer herstellerspezifischen Abstufung strukturierter Schleifmittel darf kein erfundenes P vorangestellt werden.
Kornspezifikation, Schleifmittelaufbau, Träger und Werkzeug beeinflussen ebenfalls das Schleifbild. Gleiche Zahlen aus unterschiedlichen Systemen nicht gleichsetzen. Eine grobe Umrechnungstabelle ist keine Erlaubnis, ein geprüftes Verfahren zu verändern.
Die Schicht bestimmt die Aufgabe
Beim Spachtelschleifen wird nach der erforderlichen Aushärtung die Kontur hergestellt. Die Vorbereitung von Grundierung oder Füller muss den vorgeschriebenen Oberflächenzustand für den nächsten Lack ergeben. Die Beseitigung von Verunreinigungen im Basislack erfordert ausdrückliche Systemvorgaben zu Trocknung, Schleifen und erneutem Auftrag; routinemäßiges Schleifen zwischen allen Farblackaufträgen ist damit nicht gemeint.
Das Entfernen von Klarlackdefekten oder Anpassen der Struktur erfordert genügend geeignete Beschichtung und ein festgelegtes Endbearbeitungsverfahren. Nicht jeder Reparaturbereich muss bis zum blanken Metall freigelegt werden. Auch das Entfernen jeder sichtbaren Struktur ist nicht immer das Ziel.
Wasser ist eine Verfahrenswahl, keine Sicherheitsgarantie
Feines Klarlackschleifen kann je nach Schleifmittelsystem trocken oder angefeuchtet erfolgen. Wasser nur verwenden, wenn Schleifmittel und Untergrund es erlauben. Ein leicht angefeuchtetes strukturiertes Schleifmittel und ein herkömmliches Nassschleifverfahren sind nicht zwangsläufig dasselbe.
Trockenarbeit erfordert geeignete Absaugung sowie die Kontrolle von Staub und zugesetzten Schleifmitteln. Für Spachtel und andere feuchtigkeitsempfindliche Anwendungen gelten eigene Einschränkungen. Auch Nassschleifen kann eine Beschichtung durchschleifen.
Schleifen und Polieren mit dem Ziel des Schichterhalts
Ein Endbearbeitungsverfahren kann ausgewählte Defekte entfernen oder die Struktur anpassen, die entstandenen Schleifspuren verfeinern und mit verträglichen Polierprodukten den Glanz wiederherstellen. Manche Systeme reduzieren oder vermeiden eine herkömmliche stark abrasive Polierstufe. Das vollständige System befolgen, statt attraktiv erscheinende Schritte verschiedener Verfahren zu kombinieren.
Zwischen den Stufen gereinigte Bereiche kontrollieren. Geeignete Unterlagen verwenden sowie punktuellen Fingerdruck und unnötige Arbeit an Kanten vermeiden. Bei freigelegten unteren Schichten, unerwarteter Farbänderung oder unklarer Restbeschichtung stoppen. Kontrolllack oder ein vollständig mattes Erscheinungsbild können allein keine sichere Schichtdicke nachweisen.